Nachwort

Es war einmal ein junger Mann, der sehr reich werden wollte. Er wusste, dass er nur geringe Chancen dazu hatte, aber er wusste auch, dass Gott allmächtig ist, und glaubte an die Kraft des aufrichtigen Gebets. Deshalb war es für ihn offensichtlich, wo er anklopfen musste. Er machte sich einen strengen Gebetsplan und hielt ihn auch ein.

So betete er morgens eine halbe Stunde: „Lieber Gott! Gewähre mir, deinem demütigen Diener, die Gnade, im Lotto zu gewinnen. Mein Gott, erlaube mir, nur einmal im Lotto zu gewinnen!”

Dann betete er mittags eine halbe Stunde: „Mein lieber Gott, ich verehre dich, liebe dich, bete dich an, aber gestatte mir wenigstens einmal, im Lotto zu gewinnen!”

Abends vor dem Schlafengehen betete er wieder eine halbe Stunde in aufrichtigster Weise. „Wenigstens einmal, nur einmal, wirf mit deiner Allmacht einen Blick auf deinen ehrlichen Diener! Ich flehe dich an, lass mich im Lotto gewinnen!”

Ausdauer ist alles. So vergingen viele Monate und Jahre mit strengen, disziplinierten Gebeten. Der junge Mann heiratete, aber sein Gebet durchtränkte auch sein Familienleben. Er bekam Kinder, die er ehrlich erzog, aber sein Leben verknüpfte sich nur mit Gott, mit dem Gebet, mit dem Gewinn.

Dann wuchsen auch seine Enkelkinder auf und er wurde alt. Aber unbeirrt betete er weiter, mit zitternder Stimme, mit gefalteten Händen betete er jeden Tag, morgens, mittags und abends zu seinem geliebten Herrn. So erlebte er seinen Lebensabend, als eines Tages während seines Abendgebets sein Zimmer von göttlichem Licht überflutet wurde. In dem Licht erschien ihm der Herr persönlich.

Der alte Mann war sehr überrascht. „Bist du es, mein lieber Gott? Wie habe ich es verdient, dass du mir, deinem sündigen Diener erscheinst?” fragte der alte Mann. Gott kniete vor ihm nieder und sprach: „Mein lieber Sohn, deine Bitten und deine Ausdauer haben mich nicht nur gerührt, sondern mir das Herz zusammengezogen. Du hast mich zu deinem Diener gemacht, mich erobert, ich gehöre ganz dir, aber bitte, quäle mich nicht weiter, bitte sei so lieb und kaufe nur einmal, wenigstens einmal einen Lottoschein!”

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