Meditation am Tennisplatz

Wann immer ich in den letzten Jahren zu den Celebrations nach New York gereist bin, wiederholte sich mein inneres Programm der ersten Tagen mit der Präzision eines Uhrwerks. In den ersten drei Nächten hatte ich immer sehr merkwürdige, dumme, intensive und aufwühlende Träume, die ich aber für einen Reinigungsprozess hielt. Diese völlig chaotischen Träume vermittelten mir das Bild, das ich von der inneren vitalen Welt hatte. Damals machten mir solche Träume zu schaffen, und deren Auswirkungen spürte ich noch den ganzen darauf folgenden Tag.
Auf diese Weise haben also die ersten drei Nächte meine tiefere innere Welt aufgeräumt, so dass ich mich am nächsten Tag unter dem Schutz des Meisters sicher erholen konnte. Ab dem vierten Tag fingen bei mir die erfüllenden Meditation an und das wiederholte sich, bis ich innerlich voll aufgeladen zurück nach Hause ging. So habe ich immer gewusst was in den ersten Tagen kommen würde.

Jetzt finden die ersten Celebrations statt seit unser lieber Guru nicht mehr im Physischen anwesend ist. Und gerade aus diesem Grund war ich sehr überrascht, festzustellen, dass in der ersten Nacht die gewohnten, dummen Träume wieder da sind. Das gleiche passierte am zweiten und dritten Tag auch, aber das hat mich nicht gestört, nur hat es mich überrascht, dass das eingespielte Programm auch jetzt noch läuft. Jetzt besserte sich die Situation aber beträchtlich, da ich die Fähigkeit bekommen habe, in meinen Träumen mit meinem Willen die Geschehnisse selber zu beeinflussen. Wenn ich die Situation des Traumes nicht durchspielen will, kann ich mich sogar selbst aufwecken. Das ist deshalb möglich, glaube ich zumindest, weil ich wieder ein schönes Stück von der göttlichen Gnade bekommen habe.
Am vierten Tag war ich neugierig, wie ich jetzt zu den erfüllenden Meditationen kommen würde, da mein geliebter Guru nicht da ist und deswegen auch nicht in seinem Haus meditieren kann.

Dann passierte Folgendes: Während des Abendprogramms meditierte ich ganz tief, ohne Gedanken, und ich fühlte, dass mein Blick und meine ganze Mimik wie die von Guru werden. Solche Meditationen sind bei mir keine Seltenheit, das ist eher der Normalfall.
Nun aber spürte ich, dass Guru in mir ist und eigentlich nicht ich meditiere, sondern er. Ich spiele jetzt nur eine Nebenrolle, ich gebe ihm nur den Platz, das heißt, ich räume den Platz, damit er ihn einnehmen kann. Als ich all das erkannte und mich ein bisschen wunderte, hatte ich auch schon eine Botschaft bekommen, ungefähr so:
Ja, ich bin wirklich in dir drinnen und ich meditiere hier. Schon immer habe ich in dir meditiert, in deinen Augen, in deinem Kopf und in deinem ganzen Körper. In all den Jahren, seit du Schüler bist, meditiere ich in dir, in deinem Herzen und auch in deinem vitalen Wesen. Du hast es aber nicht bemerkt, du hast geglaubt, dass du selber meditierst und dass deine Meditation dir das Gefühl der Identifikation mit mir bringt. Du bist nicht draufgekommen, dass ich wirklich in dir bin, weil du mit dem Körper, mit meiner physischen Anwesenheit, zu stark beschäftigt warst, du hast mich sozusagen an meinen Körper gebunden.

Obwohl du in meinem Körper, in bzw. hinter meiner physischen Anwesenheit ein bisschen von mir, der nicht der Körper ist, sehen konntest, gelang es dir nicht ganz, mich von dem Physischen lösen, was durchaus normal ist. Jetzt, da der Körper nicht mehr im Spiel ist, bist du fähig, meine Anwesenheit in dir zu realisieren, jetzt fühlst du, dass ich hier meditiere, und nicht, dass du mich bloß in deiner Meditation nachahmst. So ist das Spiel, ich war in dir, aber du hast mich am Tennis Court oder in meinem Haus gesucht und auch gefunden.
Was du in meinen Schriften gelesen hast, ist wahr: Der Meister meditiert im Körper, im vitalen Wesen, im Verstand, im Herzen und in der Seele des Schülers, aber du hast es nur gelesen, nicht verstanden, du hast es nicht realisiert, dass mit dir das gleiche passiert.
Ich bin genau so hier wie vorher, und ich meditiere in jedem wahren Schüler, so wie ich es bis jetzt getan habe. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem, was ich vorher getan habe und dem, was ich jetzt tue. Der Unterschied ist nur in euch, nämlich, dass die Schüler jetzt keine Erwartungen mehr gegenüber meinem Physischen haben.
Also mein lieber Gunagriha, ich lebe, genau so wie ich immer gelebt habe und ich wohne in dir und arbeite in dir, genau so wie ich es immer getan habe und tun werde, so lange, bis ich meine göttlichen Versprechen gegenüber deiner Seele in dir und durch dich eingelöst habe.

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