Lebe das Unmögliche

Sei realistisch, lebe das Unmögliche!
Überhole dich selbst!

Der heilige Tag

Habt Ihr schon mal bemerkt, wie kurz unsere Zeit ist? Das Jahr hat gerade erst angefangen, und wir haben bald August. Es fällt uns schwer zu glauben, dass bestimmte Ereignisse bereits vor einem oder zwei Jahren stattgefunden haben. Schaut, wie kurz ein Tag sein kann. Ein Augenblick nur. Besonders dann, wenn du nicht deiner gewohnten Disziplin folgst. Die Jahre vergehen, und wir warten vergeblich, nichts geschieht.
Habt ihr schon mal bemerkt, wie gnadenlos die Zeit ist? Sie verzeiht nie. Die ungenützten Gelegenheiten verschwinden für immer. Sie hinterlassen in uns nur eine Spur, eine schmerzhafte Erinnerung, brennend, vergiftend. Die Zeit hat keinen Sinn für Humor und sie kennt kein Mitleid. Sie kehrt uns den Rücken, verschwindet und lässt uns in unserer Machtlosigkeit mit der Ansammlung unserer Geburtstage und dem Wunsch, noch einmal von vorne anfangen zu können, zurück.
Was tue ich dafür, spirituell gesehen, dass ich die verlorene Zeit nicht bedauern muss?
Wenn ich wenigstens mit ihr mithalten könnte, wenn ich sie schon nicht überholen kann!
Nach meiner Morgenmeditation knie ich nieder und anerbiete dem Höchsten meine Dankbarkeit dafür, dass ich einen Tag länger ein spirituelles Leben führen darf. Ich bitte Ihn, mir die Kraft zu geben, heute vollkommen zu sein. Ich bete dafür, dass Er mir – nur für einen einzigen Tag – gewähren möge, so zu sein, wie ich noch nicht bin, aber einmal werden möchte. So vollkommen wie Er mich schon heute sieht. An diesem besonderen Tag übe ich mich in Seiner Geduld bringe sie auf wundersame Weise in jeder meiner Begegnungen mit anderen Menschen zum Ausdruck. Ich unterdrücke meine eigene Meinung – die meines Egos – mit Leichtigkeit und strahle stattdessen nur die Liebe aus, die ich für Ihn empfinde. Keine Konfrontation mit anderen an diesem heiligen Tag. In jeder Stunde, in jeder Minute, verkörpere ich das, was ich noch nicht bin, das vollkommene Wesen, das Göttliche Bewusstsein.
Ich imitiere den Gottmenschen. Was passiert, ist, dass mir die Zeit nicht mehr wegläuft, sondern mich erfüllt und mir Freude schenkt. Die Menschen um mich herum öffnen sich. Sie schenken meiner nur für kurze Zeit erlangten Vollkommenheit ihr vollstes Vertrauen. Am Ende des Tages knie ich wieder nieder. Ich anerbiete meine Dankbarkeit für die Möglichkeit, in das göttliche Spiel hineingeschnuppert zu haben. Dafür, dass ich mich als vollkommenes Wesen fühlen durfte.
Du kannst es auch versuchen; du musst es versuchen. Es kann keine Niederlage geben, nur Entwicklung. Wenn du es nur einige Stunden geschafft hast, hast du zu dem Zeitpunkt bereits alles erreicht, was dir möglich war. Die Zeit bleibt nicht stehen. Morgen ist schon der nächste heilige Tag, um mit deinem Vollkommenheitsspiel fortzufahren.

In Liebe
Gunagriha, am 25. Juli 2008

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